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11.04.2023, 09.35

Im Rahmen der Reli-Werkstatt trafen sich Jugendliche der zweiten und dritten Oberstufe zum Anlass «das Pessachfest und seine Speisen». Sie erfuhren Spannendes über den Hintergrund und die Bedeutung des wichtigsten jüdischen Festes und liessen sich mit Interesse auf das Thema ein. Zudem genossen sie das Verkosten der typischen Speisen.
Das siebentägige Pessachfest erinnert Jüdinnen und Juden an die Ereignisse rund um die Flucht ihrer Vorfahren aus Ägypten. Das Fest beginnt mit dem Sederabend, welcher nach einem genau vorgegebenen Plan abläuft. Die jüdischen Kinder am Tisch sind aufgefordert, Fragen zu stellen. Dadurch sollen sie möglichst viel über die Anfangszeit ihrer Religion erfahren. Auf dem Tisch steht der Sederteller mit sieben vorgeschriebenen Speisen. Jede von ihnen erinnert an ein Ereignis während der Sklaverei in Ägypten:
Petersilie erinnert an den Frühling. Salzwasser steht für die Tränen der Israeliten in Ägypten. Mazza – das flache, ungesäuerte Brot – erinnert an die Eile beim Auszug aus Ägypten, so dass die Zeit fehlte, das Brot aufgehen zu lassen. Bittere Kräuter deuten an, wie bitter und schwer das Leben in der Sklaverei in Ägypten war. Charoset – eine Mischung aus geriebenen Äpfeln, Nüssen und Wein – steht für den Lehm der Ziegelsteine, die die Juden in Ägypten herstellen mussten. Ein hart gekochtes Ei erinnert an ein spezielles Zusatzopfer im Tempel. Ein angebratener Knochen steht für das Opferlamm, das in der Pessachnacht geschlachtet wurde.
Als Jude feierte Jesus das Pessachfest jedes Jahr. Kurz vor seinem Tod beauftragte er seine Jünger, alles für das Pessachmahl bereitzustellen. Die Bibel berichtet, dass er während des Essens die vorgeschriebene Ordnung des Sederabends verliess. Er sprach neue Worte, als er das Brot seinen Leib und den Wein sein Blut nannte. Entsprechend verwirrt waren wohl die Jünger. Für die katholische Kirche ist das Letzte Abendmahl Ausgangspunkt der Messfeier, in der im Auftrag und Namen Jesu Brot und Wein geteilt werden: Tut dies zu meinem Gedächtnis.
Irmgard Hauser