12.07.2023, 08.59
In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Flüchtlingshilfe befassten sich die Jugendlichen der 3. Oberstufe intensiv mit der Thematik Flucht und Asyl. Nach einer kurzen Einführung und der Einteilung in Gruppen wurden den Jugendlichen die Augen verbunden und sie erlebten im Rahmen eines Planspiels hautnah mit, was passiert, wenn plötzlich Soldaten ahnungslose Leute auf dem Dorfplatz überfallen, unschuldige Leute festnehmen und schikanieren. Die Jugendlichen erfuhren, wie Leute in Bunkern unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten werden und von rücksichtslosen Schleppern auf eine äusserst gefährliche Reise geschickt werden, bevor sie mit Glück in einem Flüchtlingslager des UNHCR laden. Von dort aus versuchen Menschen, auf dem Landweg oder übers Meer in sichere Länder zu gelangen, was viele nicht überleben. Anschliessend an das eindrückliche Planspiel hörten die Jugendlichen gebannt den sehr persönlichen Ausführungen von Désiré und seiner Flucht aus Ruanda zu. Es scheint geradezu übermenschlich, welchen Gefahren und Strapazen er sich während seiner Flucht aussetzen musste. Seine Ausführungen berührten die Jugendlichen spürbar.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen befassten sich die Jugendlichen am Nachmittag mit dem humanitären Völkerrecht und den Regeln, die auch in einem Krieg eingehalten werden müssen. Sie waren gefordert, in Dilemmasituationen rasch zu entscheiden und erlebten, dass in Krisensituationen oft keine Zeit für gründliche Überlegungen bleibt.
So erlebten die Schülerinnen und Schüler am Ende der obligatorischen Schulzeit einen mit vielen Emotionen prall gefüllten Projekttag, der ihnen hoffentlich neue Erkenntnisse und Verständnis für die Situation von Menschen auf der Flucht ermöglichte.
Irmgard Hauser, Verantwortliche Religionsunterricht