Die Versöhnung

Wir leben heute in einer perfektionierten Welt, in der alles möglichst fehlerfrei funktionieren soll. Diesen Anspruch der Fehlerfreiheit und der Perfektion stellen wir auch vermehrt an uns selbst. Dabei vergessen wir aber immer mehr, dass wir Menschen Fehler behaftet und gerade nicht perfekt sind. Vielmehr brauchen wir die Erfahrungen des Scheiterns und der Fehler, um uns zu besinnen, uns neu zu orientieren und uns zu entwickeln.

Dieses Scheitern und diese Fehler, die dem Menschen angeboren sind, bezeichnet die Kirche als "Schuld" oder "Sünde", Begriffe, die abschrecken können. Doch meint "Sünde" zunächst nichts anderes als einen Fehler, den ein Mensch begangen hat. Ein solcher Fehler belastet uns ganz persönlich und wir alle kennen die Erfahrung, dass unser schlechtes Gewissen an uns nagt. Doch leider betreffen meist solche Fehler nicht nur uns allein. Durch "schuldhaftes" Handeln werden auch Mitmenschen betroffen - Beziehungen (im allgemeinen Sinn) werden beschädigt oder gehen in die Brüche - und damit kommt es auch zu einer Belastung unserer Beziehung zu Gott, da wir uns von seinen Vorgaben entfernen.

Im Sakrament der Versöhnung wird dieser Tatsache Rechnung getragen. Es eröffnet die Möglichkeit über uns selbst, unsere Schwächen und Fehler nachzudenken und so eine momentane Standordbestimmung vorzunehmen. Entscheidend ist dabei, dass uns Gott auch in unserer Schwachheit und Gebrechlichkeit seine Liebe zusagt und uns mit unseren Fehlern annimmt. Aus der Gewissheit heraus, dass wir getragen sind, können wir dann den Mut schöpfen, zu unseren Fehlern zu stehen. Durch das Bekenntnis unserer Fehler und den wirklichen Wunsch, es in Zukunft besser zu machen, kehren wir wieder um auf den Weg des Evangeliums. So erfahren wir im Zuspruch der Vergebung und der Liebe Gottes eine Heilung. Denn wir können uns nich selbst vergeben, wir brauchen jemanden, der uns diese Vergebung zuspricht und so die Last von unseren Schultern nimmt. Durch diesen Zuspruch kann unser Gewissen wieder zur Ruhe kommen. Aber die Vergebung wirkt sich nicht allein nur auf uns aus, sondern auch auf die Beziehung zu Gott und unsere Mitmenschen. So können auch diese Beziehungen wieder "heilen".

Auch wenn in den letzten Jahren das Sakrament der Versöhnung, der Beichte, immer mehr auf Ablehnung und Unverständnis stösst, ist es etwas sehr wichtiges. Denn in diesem Sakrament dürfen wir sein, wie wir sind - mit allen Fehlern und Schwächen - und dennoch spricht uns Gott seine Liebe und die Vergebung zu. Zugleich bietet es die Möglichkeit im Gespräch mit dem Priester Perspektiven zu entfalten, Halt zu finden und echte Begleitung auf dem Lebensweg zu erfahren.

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Vergib uns, Herr, unsere Schuld. Verzeih, wenn wir mit den Händen schlagen, statt zu helfen; wenn wir mit Worten verletzen, statt zu trösten; wenn wir den Verstand anstrengen, um den anderen zu ärgern, statt ihm Freude zu machen; wenn wir den anderen auslachen, statt ihm Mut zu machen. Herr, so werden wir schuldig vor dir und den anderen Vergib uns unsere Schuld

aus: Gebete für das ganze Leben, Benno-Verlag, Leipzig 2004 

Bildnachweis: www.photocase.de| beeing_me

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